Die 3 schlimmsten Folgen von Unsicherheit bei der Preisargumentation und was Sie dagegen tun können

Die Preisfrage ist auf jeden Fall eine der elementarsten Fragen im Verkaufsgespräch. Denn: es geht beim Preis für Sie als Verkäufer immer darum, was Sie für Ihre Gesamtleistung erhalten. Für Kunden geht es darum, dass Geld vom Konto abfließt. Genau das ist für die meisten Menschen im Moment der Bezahlung ein schmerzhafter Prozess, auch wenn sie dafür ein gutes Produkt bekommen.

Manche Kunden verhandeln gern und versuchen im Gespräch die Führung zu übernehmen und damit die Preise zu bestimmen. Preise für Hörgeräte werden heute deutlich öfter verglichen als noch vor ein paar Jahren. Im Internet werden Preise präsentiert und auch etliche Hörakustiker veröffentlichen Preise auf der Website. Krankenkassen und Ärzte fordern ihre Patienten zum Vergleich von Preisen auf. Dies führt dazu, dass Sie für Ihre Preise deutlich mehr argumentieren müssen als noch vor ein paar Jahren.

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Verkaufen Sie Lifestyle statt Krücken

Früher trauten sich viele Deutsche nicht ein Hörgerät zu tragen – trotz Beschwerden. Heute gibt es sogar Hearables für Menschen ohne Hörschwäche. Aus dem „peinlichen“ klobigen Apparat ist ein Lifestyleprodukt mit High-End-Funktionen geworden.

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6 Irrwege den Kunden in den ersten 5 Minuten zu verlieren

Die ersten 5 Minuten im Erstgespräch sind die wichtigsten. Sie entscheiden über den Verlauf des gesamten Verkaufsprozesses. Wie gelingt es Ihnen das Momentum der ersten Minuten zu nutzen und die schwierigsten und zugleich wichtigsten Anfangsfragen zu meistern? Lesen Sie hier, wie Sie nicht in Fallstricke geraten und Menschen für sich gewinnen.

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Wer vertraut, der verkauft

Was hat Vertrauen mit Verkaufserfolg zu tun? Und wie können Sie sich auf Erfolg ausrichten? Welche Rolle spielt dies speziell für die Beratung in der Hörakustik. Genau dieses und vieles mehr, um in der Beratung souverän zu sein, habe ich in meinen Trainings im Fokus, denn mit Professionalität in der Beratung differenzieren Sie sich vom Wettbewerb. Sonja R. Hörakustikmeisterin sagt nach dem Training:

„Man öffnet seinen eigenen Horizont, schenkt sich selbst viel mehr Selbstvertrauen und verkauft einfach besser…“

Sich selbst zu vertrauen ist die Basis dafür, dass andere einem ihr Vertrauen schenken. Dies gilt für viele Bereiche im Leben. Kompetenz umfasst neben vielen anderen Aspekten auch ein gesundes Selbstvertrauen. Oder würden Sie zu irgendeinem Arzt gehen, wenn Sie ein spezielles Problem haben?

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Vertrauen, verbinden & verkaufen

Drei wichtige emotionale Verkaufsschritte

Wie jedes Jahr kommt Weihnachten überraschend und viele Menschen haben den Wunsch noch schnell in diesem Jahr wichtige Dinge zu erledigen. Zum Beispiel ein Hörgerät das schon viel zu lange hinausgezögert wurde. Hier die drei wichtigsten emotionalen Erfolgsfaktoren:

Erfolgsschritt 1:  Vertrauen:

Der elementarste Baustein- das Fundament – allen Handelns ist Vertrauen. Kennen Sie dieses eigenartige Gefühl von „irgendetwas stimmt nicht“ im Kontakt mit dem Gegenüber oder das Gegenteil „alles fühlt sich so leicht und unkompliziert an…“ Fast immer geht es dabei um das Grundvertrauen. Wenn Kommunikation gelingt oder misslingt, spielt als erstes das Vertrauen die entscheidende Rolle. Wenn wir es schaffen Vertrauen aufzubauen, dann ist der erste Grundstein für den Erfolg gelegt. Gerade in Zeiten des immer stärker werdenden Online – Business kann man auf der persönlichen Ebene punkten, wenn man die Voraussetzungen kennt.

Voraussetzungen für Vertrauen: die Basis ist ein gesundes Selbstvertrauen. Wer seine eigenen Stärken und auch Schwächen kennt und wertschätzend damit umgeht, dem wird es gelingen Vertrauen aufzubauen. Kleine Fehler und „Macken“ werden entschuldigt, wenn diese nicht mutwillig und wiederholt vorkommen. Persönlichkeit heißt eben auch Ecken und Kanten zu haben und dennoch vertrauensvoll und mutig mit anderen Menschen umzugehen. Ein Beispiel dazu: viele Verkäufer setzen sich unter Druck, weil sie auf jede Frage immer sofort ein Antwort geben wollen. Ein Durchatmen, bevor die Antwort wie auswendig gelernt kommt, zeugt von Selbstbewusstsein und überzeugt oft mehr als die standardisierte Antwort.

Vertrauen des Kunden gewinnen: hier kommt es vor allem darauf an Ruhe, Klarheit und klare Botschaften auszustrahlen. Elementar ist es, den Gesprächspartner zu achten und ernst zu nehmen mit all seinen Fragen, Sorgen und manchmal auch Unzulänglichkeiten. Voraussetzung hierfür ist wieder das Selbstbewusstsein und eine klare Positionierung. Denn: „wer nicht weiß, wohin er segeln will, für den ist kein Wind der richtige.“ Seneca. Ein typisches Beispiel sind Preisfragen zum Start der Beratung und Preisvergleiche zu Mitbewerbern. Die meisten Hörakustiker fühlen sich unter Druck, wenn diese Fragen kommen und steigen sofort ein in eine Diskussion oder überlassen etwa dem Kunden die Regie. Dies kann gefährlich sein und dazu führen, dass obwohl Sie sich auf eine Verhandlung einlassen, beim Kunden Misstrauen entsteht. Fragen Sie sich einmal selbst wie Sie als Kunde reagieren, wenn beim ersten kleinen Einwand sofort Tür und Tor aufgemacht werden. Wer eine klare Strategie verfolgt und diese glaubwürdig vertritt, der erntet das Vertrauen des anderen.

 

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Erfolgsschritt 2:  Verbinden

Wer die Sorgen und Nöte, die Themen und vor allem Schmerzen seiner Kunden kennt und diese anspricht, der wird erfolgreich sein. Viele scheuen sich die vermeintlichen Schmerzen des Kunden anzusprechen, doch genau hierin liegt ein wesentliches Erfolgsgeheimnis. Warum ist das so? Erstens agieren 80% der Menschen aus Angst vor etwas. Das heißt, sie möchten vermeiden, dass sie zum Beispiel Demenz bekommen oder außen vor sind. Zweitens sind die meisten am Ende dankbar, wenn Sie mit der Nase auf das Problem gestupst werden und jemand ihnen echte Hilfe anbietet. Bestimmt haben Sie schon erlebt, dass Kunden Ihnen am Ende der Beratung sagen: „Danke, dass Sie mich darauf hingewiesen haben… oder so hat mir das noch niemand erklärt…“ Nicht diejenigen, die zu allem „ja“ sagen gewinnen, sondern diejenigen, die aufklären und helfen.

Verbinden Sie sich also mit Ihren Kunden, indem Sie die Probleme auf den Punkt bringen und individuelle Hilfe und Lösungen anbieten und auch sagen, was nicht möglich ist.

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Erfolgsschritt 3:  Verkaufen oder besser: kaufen lassen

Ich bin der festen Überzeugung, dass derjenige,der richtig gut verkaufen kann am Ende gar nicht verkaufen muss…!

Warum ist das so? Das aktive Verkaufen – vor allem dieses Gefühl von „unter Druck verkaufen und alles ist reduziert“ erweckt langfristig ein Gefühl von Bedürftigkeit und führt eher zu Skepsis. Klar ist, dass wir jeden Tag etwas einkaufen und viele vom Verkaufen leben. Doch niemand hat auf die Dauer etwas zu verschenken. Entscheidend ist nicht nur das Ergebnis, sondern wie der Verkäufer das Ergebnis erzielt.

Wem es gelingt, die Erfolgsschritte Vertrauen aufbauen und Verbindung schaffen entspannt mit dem Kunden zu gehen, der wird merken, dass Kunden wie automatisch kaufen und gerne den Preis für Ihre Leistung zahlen. Aussagen wie „ Sie müssen mir gar nichts verkaufen, ich benötige das sowieso…“ sprechen dann für sich.

Mein Herzenswunsch ist es mit Ihnen gemeinsam vielen Menschen die wunderbaren Möglichkeiten der Hörakustik zu eröffnen, auszubauen und gemeinsam erfolgreich zu sein.

Möchten Sie mehr wissen? Schauen Sie in die aktuellen Seminarangebote :

Schluss mit langem Probieren – Anpassphase strukturiert gestalten

Wer über Preise diskutiert, hat bereits verloren

ICH FREUE MICH AUF SIE

Neue Kunden – die Zukunft Ihres Unternehmens

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Neue Kunden sind die Basis für langfristigen Erfolg

Empfehlungsmarketing: Wie Sie in kurzer Zeit mit Leichtigkeit viele neue Kunden gewinnen und verborgene Schätze ausgraben

Die Aussage „Neue Kunden sind die Basis für langfristigen Erfolg“ würde wohl jeder Unternehmer unterschreiben. Kunden sind nun mal die Basis für jedes Unternehmen. Sich ausschließlich auf Bestandskunden und deren Treue zum Unternehmen zu verlassen ist jedoch fahrlässig. In der Hörakustikbranche haben wir es zudem mit dem Faktor zu tun, dass aufgrund des Alters auch Kunden von uns gehen. Aus diesem Grund sind die meisten Unternehmer bestrebt, vieles zu organisieren, damit möglichst neue Kunden ins Geschäft kommen. Außerdem kommen fast täglich immer mehr Anbieter auf den Markt, die sich alle um neue Kunden reißen und die großen Unternehmen streben nach immer mehr Marktanteilen. Doch wie kann es gelingen immer wieder neue Kunden zu bekommen?

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Die 11 größten Fehler im Verkauf

Aus Fehlern lernen und besser werden

Über Erfolg reden kann jeder. Größe zeigt, wer auch über seine Misserfolge spricht.

Erfolgreiche Menschen bestätigen, dass sie am meisten aus Fehlern lernen. Die Zeitschrift Impulse hat dazu sogar ein Buch veröffentlich: „Mein größter Fehler – Bekenntnisse erfolgreich Unternehmer“. Hier berichten bekannte Unternehmer über ihre größten Fehler und was sie daraus gelernt haben. Feedback: Extrem inspirierend. Deshalb hier jetzt die größten Fehler im Verkauf!

Denn: Wer besser werden will, tut gut daran, Hürden zu erkennen und diese zu beseitigen. Fehler passieren, das ist ganz normal. Doch: Fehler nicht zu wiederholen und eine gute Fehlerkultur zu entwickeln, das ist die Kunst.

„Fehler sind Sprossen zum Erfolg“
Werner Kieser – Unternehmer und Gründer Franchisekette Kieser-Training

Ein erster wichtiger Schritt ist: Fehler erkennen. Im Folgenden die 11 größten Fehler im Verkauf

  1. Reden statt fragen
  2. Kein Auge für den Kunden
  3. Getrieben sein und Kunden warten lassen
  4. Falsche oder „No-Go“ Fragen stellen
  5. Angst nicht gut genug zu sein
  6. Sofortiges Bewerten der Kundenaussagen
  7. Bei einem NEIN aufhören
  8. Preisfragen als Ablehnung betrachten
  9. Mutloser Abschluss und Vertagen der Entscheidung
  10. Den Kunden nicht klar führen
  11. Verkaufen ohne konkreten Fahrplan

1. Reden statt fragen

Viele Kunden fühlen sich nach einem Verkaufsgespräch ermüdet, weil sie mit unendlich vielen Informationen „zugeschüttet“ werden. Fachsimpeln statt den Kunden zu fokussieren, ist ein häufiger Fehler in technischen und gesundheitsorientierten Berufen.

Kundenfeedback: „Einige Erklärungen der sympathischen Akustikerin konnte ich beim besten Willen nicht verstehen. Ich konnte nur vermuten, was die Fachbegriffe bedeuten. Es wurde jedoch nichts erklärt.“

Kim Holst, Hörakustikmeister/Filialleiter bei Hörinstitut Jörg Landsberger, sieht als einen großen Fehler in der Beratung das ewige Aufzählen, was Hörgerate alles können: „Den Kunden interessiert welchen Nutzen er speziell von einzelnen Features hat. Je mehr der Verkäufer erzählt, desto mehr Verwirrung stiftet er. Je präziser er einzelne Features auf die Kundenwünsche bezieht, desto mehr fühlt sich der Kunde verstanden und nimmt Empfehlungen des Fachmannes an.“

2. Kein Auge für den Kunden

Viele Akustiker sind zu sehr mit sich oder ihrer Gesprächsstrategie beschäftigt. Deshalb nehmen sie in der wichtigen Auftaktphase ihrer Kundengespräche den Kunden und seine Stimmung nicht richtig wahr. Ihnen entgehen so wertvolle Infos, die ein kundenorientiertes Gespräch erst möglich machen.

Kim Holst hat folgendes beobachtet: Es fehlt das Verständnis für die individuelle Lebenssituation des einzelnen Kunden. Nur durch exakte Bedarfsermittlung bin ich in der Lage, jedem Kunden die passende Lösung zu empfehlen. Nicht weil ich hochwertig verkaufen muss, sondern weil es für den Kunden das Beste ist.

Fazit: Wer gut zuhört, zeigt Wertschätzung, Aufmerksamkeit und schafft eine gute Vertrauensbasis. Wem es gelingt in der Anfangsphase der Beratung eine Verteilung von 80 – 20 Prozent Gesprächsanteil zu Gunsten des Kunden hinzubekommen, der hat eine gute Basis gelegt. Prüfen Sie sich selbst dazu.

3. Getrieben sein und Kunden warten lassen

Viele Verkäufer wirken oft getrieben. Sie möchten jedem gerecht werden und sowohl Telefonate annehmen als auch Kunden bedienen sowie nebenbei noch Fragen von Kollegen und Vorgesetzen beantworten. Dies führt dann dazu, dass Verkäufer Aktionismus statt Ruhe verbreiten oder Kunden warten müssen. Wenn es bei Ihnen häufiger zu Wartezeiten kommt, prüfen Sie den Terminvergabemodus Ihrer Mitarbeiter. Denn: Wartezeiten minimieren die Kundenzufriedenheit und Ihren professionellen Auftritt.

Fazit: Wartezeit ist für die meisten Menschen vertane Zeit und gerade aus diesem Grund ist es wichtig, diese so gering wie möglich zu halten. Störungen werden ungern akzeptiert. Als Orientierung: einmal ist kein Mal, zweimal ist einmal zu viel.

4. Falsche oder „No-Go“-Fragen stellen

Die bekannte Weisheit „wer fragt, der führt“ gilt immer. Allerdings ist es wichtig, kluge Fragen zu stellen und sich nicht mit Fragen ins Abseits zu katapultieren. Etwa die Frage „Was wollen Sie ausgeben“. Diese Frage ist eher ungeschickt. Die meisten Kunden nennen Ihnen dann irgendeine Summe, ohne konkrete Basis. Außerdem ist die Gefahr sehr groß, dass Verkäufer sich dann genau an diese Richtschnur halten und eingeschränkt in diesem Rahmen beraten.

Fazit: Es gibt hunderte von Fragetechniken. Welche Fragen zum Ziel führen und für Sie passen, ist eine sehr komplexe und wichtige Basis für erfolgreiches Verkaufen. Ihr Fragenkatalog sollte gut vorbereitet und nicht dem Zufall überlassen werden.

5. Angst nicht gut genug zu sein

Es gibt etliche Gründe, warum Menschen nicht erfolgreich sind. Ein Grund, vor allem im Verkauf, ist die Angst nicht gut genug zu sein. Wer glaubt, es allen recht machen zu müssen, um Anerkennung zu erhalten, wirkt oft unsicher. Kunden kommen ins Fachgeschäft, um klare Auskünfte und Aufklärung zu erhalten. Dies bedeutet auch, dass Berater durchaus selbstbewusst eine andere Meinung vertreten dürfen, als es der Kunde erwartet. Dies ist sogar – ähnlich wie beim Arzt – für den Erfolg der Beratung oft notwendig.

Beispiel: Wie viele und welche Hörsysteme wie lange verglichen werden. Dies kann nicht der Kunde entscheiden, sondern der Experte spricht eine kundenorientierte Empfehlung mit klarer Begründung aus. Checken Sie einmal wie lange die durchschnittliche Anpassung in Ihrem Hause dauert?

Fazit: Schulungen und Trainings können auf die Dauer nur erfolgreich sein, wenn zunächst an hinderlichen Glaubensätzen der Mitarbeiter gearbeitet wird. Welche hinderlichen Gedanken kennen Sie bei sich oder Ihren Mitarbeitern?

6. Sofortiges Bewerten der Kundenaussagen

Eine normale Reaktion auf das Verhalten und die Aussagen anderer ist es eine eigene Bewertung vorzunehmen. Unsere Urteile fällen wir in Sekundenschnelle. Dies führt allerdings oft dazu, dass Verkäufer ihre Kunden sofort überfahren und direkt ihre eigene Meinung vertreten ohne die Kundenaussage zu ergründen.

Beispiel aus dem Alltag: Kunde sagt „ich möchte nicht so viel Geld ausgeben, etwas Einfaches reicht für mich…“ 9 von 10 Akustikern beginnen sofort damit Hörsysteme der unteren Preiskategorie anzupassen, anstatt sich genau zu erkundigen, was der Kunde meint und ihn dann umfassend aufzuklären. Der Grund hierfür ist, dass sie die Bewertung übernehmen ohne zu hinterfragen, wie der Kunde zu seiner Meinung kommt. Für die weitere Beratung kann dies auf Jahre fatale Folgen haben. Prüfen Sie sich selbst, wie es bei Ihnen aussieht und wie oft Sie hinterfragen.

Fazit: Das Allerwichtigste bei Kundenaussagen ist es, zu klären, was der Kunde genau meint und erst dann die Antwort zu geben.

7. Bei einem NEIN aufhören

Ein NEIN ist meistens eine versteckte, offene Frage. Doch die meisten Akustiker verpassen hier Chancen, weil sie sofort gegenargumentieren oder aufgeben. Entweder weil man keinesfalls aufdringlich sein möchte oder die Leidenschaft fehlt, den Abschluss zu machen.

Wer hier lernt mit Wertschätzung und Engagement das Gespräch weiter zu führen und ruhig bleibt, der wird große Resonanz und persönlichen Erfolg erleben. Prüfen Sie sich einmal selbst, wie es Ihnen und Ihrem Team gelingt mit NEIN umzugehen. Wieviel Ehrgeiz und Leidenschaft in Ihnen und Ihrem Team steckt genau solche Situationen zu lösen. Eine hilfreiche Fragestellung hierbei kann sein: wie bewerte ich das NEIN und wie mache ich konkret weiter.

Beispiel aus einem Verkaufsgespräch in einem Akustikfachgeschäft: Bei der Frage nach Telefonerfolg sagt der Kunde: „Das ist mir nicht so wichtig, ich telefoniere nicht so oft.“ Nachdem der Akustiker die wunderbare Möglichkeit der Ankopplung mit Bluetooth und binauralem Telefonieren demonstriert und geübt hat, war der Kunde so begeistert und strahlte mit folgenden Worten: “Wie cool ist das denn, das möchte ich sofort ausprobieren“.

Fazit: Hätte der Akustiker beim NEIN aufgehört, würde dieser Kunde nie erfahren, wie leicht und entspannt telefonieren mit Hörsystemen geht. Voraussetzung ist allerdings, dass der Verkäufer eben nicht beim NEIN aufhört.

8. Preisfragen als Ablehnung betrachten

Wer selbst nicht bereit wäre, für das eigene Produkt diese Investition zu tätigen oder das Produkt/die Dienstleistung zu kaufen, der kann definitiv nicht verkaufen. Viele Verkäufer werden bei Preisfragen nervös. Dann beginnt der Teufelskreis aus Feilschen und Verteidigen. Wer in dieser Thematik klar ist, der sieht diese Frage als Wertschätzung zur eigenen Leistung und freut sich auf die Beantwortung. Hier gibt es viel zu lernen. Fragen Sie sich einmal ganz persönlich, wie Sie selbst und Ihre Mitarbeiter die Preise bewerten und argumentieren.

Beispiel aus dem Alltag: Kunde: „Was kostet es?“ Akustiker: …“Sitzen Sie gut? Das ist ein stolzer Preis, aber dafür haben Sie…“ Kunde: „Das ist mir zu viel“… Hier hat der Akustiker den Kunden durch seine eigene Aussage eingeladen, den Preis abzulehnen.

Fazit: Preisargumentationen sind eine Frage der Technik, doch – vor allem – eine Frage der inneren Einstellung des Verkäufers.

9. Mutloser Abschluss und Vertagen der Entscheidung

Oft gibt es bereits Kaufsignale von Kunden wie zum Beispiel: „Wie lange halten die Hörgeräte und wie muss ich sie pflegen?“ Wenn sich der Kunde bereits mit dem DANACH beschäftigt, dann ist dieses ein klarer Kaufhinweis. Etliche Verkäufer überhören dies und präsentieren dann weitere Produkte. Dies führt dann oft zu Verwirrung des Kunden, da mehr Auswahl auch mehr Infos bedeutet. Einige Verkäufer vertagen auch den Abschluss, indem sie Kunden weitere Bedenkzeit gewähren.

Beispiel aus dem Alltag: Kunde: „Ich weiß nicht, wofür ich mich entscheiden soll, was meinen Sie?“ Akustiker: „Gern können Sie dies oder das erste Gerät nochmal mitnehmen?“

Fazit: Die Frage des Kunden ist der Wunsch nach Entscheidungshilfe und Bitte zur Führung! Der zeitnahe Abschluss ist Teil des Verkaufsprozesses und sollte vom Verkäufer herbeigeführt werden.

10. Den Kunden nicht klar führen

Ein elementarer Fehler im Grundverständnis der Aufgabe. Viele Akustiker sagen: „Wir sind Berater und Handwerker. Auf keinen Fall sind wir Verkäufer.“ Das mangelnde Bewusstsein, dass Beratung Hilfe zur Selbsthilfe bedeutet, führt dazu, dass Akustiker ihre Kunden alleine lassen. Man hat einfach Sorge aufdringlich zu wirken.

Beispiel von Kim Holst: „Der größte Fehler im Verkaufsgespräch besteht darin, den Kunden „nur“ zu beraten. Das Ende einer jeden Beratung sollte heißen: Ich empfehle Ihnen Hörgerät xy, weil es in ihrer persönlichen Lebenssituation am besten zu ihnen passt: Dann verkaufe ich automatisch!“

Fazit: Klare Empfehlungen aussprechen will gelernt sein und ist eine Frage der Haltung und des Selbstverständnisses. Menschen kommen zum
Akustiker, weil sie die Kompetenz und die Hilfe wünschen.

11. Verkaufen ohne konkreten Fahrplan

…ist ein typischer Verkäuferfehler, weil viele intuitiv ihre Gespräche führen möchten und es ablehnen, sich an ein Gerüst zu halten. Wenn der Kunde sagt: „jetzt sollten wir mal fertig werden oder Ähnliches“ dann ist dies ein klarer Hinweis darauf, dass die Struktur fehlt und die Beratung zu lange dauert. Nach dem Motto zu agieren:

„Ich nehme mir viel Zeit für meine Kunden“ ist zwar gut gemeint, geht jedoch am Bedürfnis der Kunden vorbei. Diese wollen in kurzer Zeit die für sie beste Lösung.
Beispiel aus dem Alltag:

Manche Akustiker sagen: „Ich berate immer individuell ohne Ablaufplan, denn – ich möchte mich nicht einengen!“

Fazit: Eine Struktur muss nicht bedeuten, dass alles und jedes Wort vorgegeben wird. Es ist wie mit einem Fahrplan bei der Bahn. Abweichungen wird es immer mal geben. Doch –  jeder hat eine Orientierung, wann und wo die Reise hingeht. Dies hilft sowohl dem Fahrer (Berater) als auch dem Reisenden (Kunden).

Besser verkaufen heißt besser helfen

Verkaufen ist ein Handwerk und als solches hat es auch gewisse Prozesse und Schritte, die sich immer wiederholen. Die einzelnen Schritte im Verkaufsprozess sollten klar definiert und für alle im Team gleich sein. Das schafft Einheitlichkeit und spart Zeit. Der Kunde sollte immer erkennen in welchem Unternehmen er ist und strategisch geschickt durch die Beratung gelenkt werden. Ein Verkäufer mit der richtigen Einstellung und Kompetenz wird – besonders im Akustikfachgeschäft – immer gebraucht werden, da er die Brücke zwischen Technik und Mensch wunderbar herstellen kann. Daher: Vermeiden Sie elementare Fehler und entwickeln Sie sich und Ihr Team weiter, damit Sie alle in diesem wunderbaren Beruf auch zukünftig vielen Menschen helfen können.